Mit großer Besorgnis haben wir, der Kreisvorstand der Grünen Jugend Flensburg, den vorliegenden Artikel zur Kenntnis genommen. Während wir die Einrichtung einer zusätzlichen Professur für Sonderpädagogik an der Europa-Universität Flensburg und den Aufbau von 70 zusätzlichen Lehrer*innenstellen generell begrüßen, sehen wir die weitere Strategie des Schulministeriums hinsichtlich der Inklusionsförderung sehr kritisch.
Es steht außer Frage, dass eine Beschulung in „Extraklassen“ dem inklusiven Grundsatz zuwiderhandelt und zu einer gewollten Exklusion der betroffenen Schüler*innen führt. Die vorangestellte Behauptung „Inklusive Schule bedeute nicht unbedingt gemeinsamen Unterricht in jedem Fach.“ entbehrt zudem jeder Grundlage. Inklusion bedeutet, dass jede*r Einzelne die Möglichkeit hat, sich in die Gesellschaft miteinzubringen und an ihr teilzuhaben. Dieses Recht ist in der UN- Behindertenrechtskonvention gesetzlich verankert und trat am 26. März 2009 in Deutschland in Kraft.
Dass die Autorin in ihrem Artikel fordert, man solle trotz dieser Menschenrechtskonvention vom Gaspedal gehen und prüfen, ob man noch auf dem richtigen Weg sei, zeigt, wie wenig diese rechtliche Bestimmung bisher in den Köpfen der meisten Menschen angekommen ist.

Auch die verwendete Etikettierung „behindert“ und „nicht-behindert“ zeugt von einem veralteten Weltbild, indem der Fokus auf die Behinderung gelegt und alle anderen Qualitäten ausgeschlossen wurden. Dazu gehört auch, dass Kinder mit Behinderungen immer noch als ein Hindernis für unsere Leistungsgesellschaft angesehen werden. Dass die Inklusion allen zu Gute kommt, seien dies nun Schüchterne, Hochbegabte oder Kinder mit Autismus, spielt in diesem Denken keine Rolle.
Wir hoffen daher, dass die Autorin nun die Begründung für diese „politisch korrekte“ Vorgabe erkennt und ihren Artikel, der zu einem Kommentar verschwimmt, überarbeitet und eine Richtigstellung veröffentlicht.

https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/politik/jamaika-koalition-dreht-die-inklusion-zurueck-id17279326.html

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