Nach dem Treffen mit den Ministerpräsident*innen der Länder hat Bundeskanzlerin Merkel angekündigt, dass das Tragen medizinischer Masken (also sogenannte OP-Masken oder auch Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2) in Geschäften und im öffentlichen Personennahverkehr zukünftig verpflichtend wird.

Die neuesten Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz sind aus Sicht der GRÜNEN JUGEND Flensburg zwar schwerwiegende, aber notwendige Entscheidungen im Kampf gegen das Coronavirus. Wir müssen dabei darauf achten, dass auch alle sich den nötigen Infektionsschutz leisten können.

Die Stadtverwaltung der Stadt Flensburg hat angekündigt, dass Wohnungslosen medizinische Masken zur Verfügung gestellt werden. Diese werden über die verschiedenen Institutionen, bspw. über die Diakonie, an die Wohnungslosen in Flensburg in den Unterkünften und auf der Straße verteilt.

Annabell Pescher, Vorsitzende der GRÜNEN JUGEND Flensburg, erklärt hierzu:

„Wir sind sehr froh darüber, dass die Stadt den Wohnungslosen kostenfreie Masken zur Verfügung stellt. Das ist ein wichtiger Schritt, um wirklich jede*n Einzelne*n vor dem gefährlichen Virus zu schützen.
Das kann aber nur ein erster Schritt sein. Wir fordern dazu auf, dass allen Einkommensschwachen medizinische Masken kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Gerade für ALG II- bzw. Sozialhilfeempfänger*innen, Alleinerziehende, Kurzarbeitergeldempfänger*innen und Menschen in prekären Lebensverhältnissen muss es schnell unbürokratische Lösungen geben. Denn statt den sonstigen Stoffmasken, die man nach Gebrauch reinigen konnte, müssen medizinische Einwegmasken nach Verwendung entsorgt werden. Das bedeutet, dass medizinische Masken eine deutlich stärkere und längerfristige finanzielle Belastung für jene Menschen darstellt.
Infektionsschutz darf kein Privileg sein, sondern alle Menschen müssen daran teilhaben. Deshalb braucht es schnell ein Angebot der Stadt, dass Einkommensschwachen kostenfreie Masken zur Verfügung stellt. Dabei könnten bspw. die Tafeln diese Masken an jene Menschen verteilen.“

Leon Bossen, Vorsitzender der GRÜNEN JUGEND Flensburg, ergänzt:

„Wir sind empört darüber, dass der Bund bei der Entscheidung über eine medizinische Maskenpflicht in keinster Weise die Lage der Einkommensschwachen berücksichtigt hat. Jetzt lastet diese Verantwortung auf den Kommunen. Die Stadt muss nun sicherstellen, dass ausnahmslos alle sich gegen das SARS-CoV-2 Virus schützen können und es für jene, die auf Grund der Krise sowieso schon immens unter Druck stehen, nicht noch zusätzliche Belastungen gibt. Die Corona-Pandemie darf die Schere zwischen Arm und Reich nicht noch weiter spreizen. Deshalb gilt für uns: Für die, die sich die medizinischen Masken nicht leisten können, muss die Stadt ein kostenfreies Angebot zur Verfügung stellen.“